Ja, ERP-Projekte scheitern oftmals. Häufig wurden zentrale Aspekte im Vorfeld nicht ausreichend durchdacht, Projektpartner haben sich während des Prozesses zurückgezogen oder das implementierte ERP-System erfüllt die Anforderungen des Unternehmens nicht in ausreichendem Maß. In solchen Fällen ist oft eine grundlegende Neuausrichtung notwendig, um das Projekt wieder auf Kurs zu bringen. Hier erfahren Sie die 8 zentralen Gründe, warum ERP-Projekte scheitern.
Wenn zu Beginn des Projekts keine klaren Ziele definiert werden – z. B. welche Prozesse automatisiert, welche KPIs verbessert oder welche Abteilungen konkret entlastet werden sollen – fehlt die Orientierung. Es ist unklar, woran der Erfolg des Projekts gemessen wird. Das führt zu widersprüchlichen Anforderungen, Zielkonflikten und letztlich zu einem ERP-System, das niemand wirklich braucht oder versteht.
Typische Symptome:
„Das System kann viel, aber keiner nutzt es.“
Anforderungen ändern sich ständig.
Projektentscheidungen wirken willkürlich.
Ein ERP-System ist kein isoliertes Tool, sondern Teil der gesamten digitalen Infrastruktur. Ohne eine übergreifende Strategie (inkl. IT-Roadmap, Datenstrategie, Systemlandschaft etc.) fehlt die Einbettung. Dann wird das ERP-Projekt zur Insellösung – ohne klare Verbindung zu anderen digitalen Initiativen oder Unternehmenszielen.
Folgen:
ERP-Prozesse passen nicht zur IT-Architektur.
Investitionen sind nicht aufeinander abgestimmt.
Redundanzen oder Lücken in der Systemlandschaft.
Viele ERP-Projekte scheitern an einem starren, unflexiblen Vorgehen (z. B. klassisches Wasserfallmodell), das nicht auf neue Erkenntnisse reagiert. Gerade bei ERP-Einführungen ist ein iteratives, agiles Vorgehen oft besser geeignet, da sich Anforderungen und Rahmenbedingungen im Laufe des Projekts verändern.
Probleme bei ungeeigneter Methodik:
Keine Möglichkeit zur Anpassung.
Endnutzerfeedback wird zu spät berücksichtigt.
Verzögerungen durch aufwendige Change Requests.
Eine ungenaue Projektplanung führt fast zwangsläufig zu Kostenüberschreitungen. Häufig werden Anforderungen erst im Projektverlauf präzisiert oder unkontrolliert erweitert (Scope Creep). Ohne sauberes Change-Management laufen Aufwand und Budget aus dem Ruder.
Typische Ursachen:
Fehlende Aufwandsschätzung.
Keine Priorisierung von Anforderungen.
Vertragslücken mit Dienstleistern.
ERP-Projekte erfordern enge Abstimmung zwischen IT, Fachbereichen und externen Dienstleistern. Wenn Kommunikationsstrukturen fehlen oder Rollen unklar sind, entstehen Missverständnisse, Konflikte und Fehlentwicklungen.
Konsequenzen:
Unterschiedliche Erwartungen.
Verspätete Rückmeldungen.
Gegenseitige Schuldzuweisungen bei Problemen.
Wenn die betroffenen Fachabteilungen nicht in die Anforderungsdefinition, Tests oder Schulungen eingebunden werden, entstehen Lösungen „am grünen Tisch“, die an der Praxis vorbeigehen. Die Folge ist geringe Akzeptanz und ineffiziente Nutzung.
Typische Fehler:
Anforderungen nur aus IT-Sicht definiert.
Keine Pilotanwender oder Key-User.
Fehlende Schulungen und Change-Kommunikation.
Ein ERP-System muss in die bestehende Systemlandschaft integriert werden (z. B. CRM, Lager, Finanzbuchhaltung). Wenn Schnittstellen fehlen oder nicht funktionieren, bleiben Prozesse unvollständig oder fehleranfällig.
Mögliche Auswirkungen:
Medienbrüche (z. B. manuelle Datenübertragungen).
Dateninkonsistenzen oder Synchronisationsprobleme.
Performanceprobleme bei Echtzeitanwendungen.
Ein ERP-System ist nur so gut wie die Daten, die es verarbeitet. Wenn Altdaten unvollständig, veraltet oder fehlerhaft übernommen werden, führt das zu Betriebsstörungen, Falschbuchungen und Vertrauensverlust bei den Anwendern.
Typische Ursachen:
Keine saubere Datenbereinigung vor der Migration.
Unklare Datenverantwortlichkeiten.
Fehlende Testläufe und Validierungen.
Dafür übernehmen wir Ihr laufendes oder unterbrochenes ERP-Projekt, analysieren den Ist-Zustand und bringen es strukturiert zurück auf Kurs – ohne bei null anzufangen. Vereinbaren Sie jetzt einen Beratungstermin und lassen Sie Ihr Projekt analysieren.
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